Zwischen Namen, Sprachen und Sprichwörtern: 7 Fun Facts über mich

Foto von Marta Lara (Fotografin).

Sich mit Namen, Alter und Beruf vorzustellen, ist einfach. Doch was ist mit den lustigen oder sogar leicht schrägen Informationen über einen selbst? Die hat doch bestimmt jeder Mensch vorzuweisen, oder? Genau darum geht es in diesem Artikel. Somit heiße ich Dich herzlich willkommen zu meinen 7 Fun Facts, die Dich vielleicht überraschen werden.

Es sind die kleinen, unerwarteten Dinge, die einen Menschen wirklich ausmachen, nicht wahr? Und diese sind viel spannender, bringen einen zum Schmunzeln oder sorgen vielleicht für einen kurzen Aha-Moment. Somit bleiben diese Informationen auch besser im Kopf hängen. Vielleicht willst Du auch mal über Deine persönlichen Besonderheiten nachdenken?

Meine Fun Facts

„Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“

Du wirst es nicht glauben, aber ich hatte schon drei verschiedene Identitäten. Ok, vielleicht nicht ganz. Identität ist tatsächlich auch eher das falsche Wort. Streng genommen hatte ich auch nicht drei komplett verschiedene Namen, aber mein Name wurde im Laufe meines Lebens tatsächlich schon dreimal unterschiedlich geschrieben.

Wie es dazu kam? Hier die Geschichte nach wahrer Begebenheit: Geboren wurde ich als Klaudia Kruszyna. Klaudia wird in Polen mit K geschrieben und „sz“ ist die polnische Variante für „sch“. Als ich mit meinen Eltern nach Deutschland kam, wurde in der Grundschule mein Vorname direkt in der deutschen Variante, also mit C geschrieben.

Mit dem Schulwechsel aufs Gymnasium wollte ich dann aber wieder, dass man meinen Vornamen mit K schreibt, und da meine Eltern sich parallel dazu entschlossen haben, unseren Nachnamen zu verdeutschen (es gab gefühlt ständig Schwierigkeiten, ihn entweder richtig auszuschreiben oder auszusprechen), bin ich Klaudia Kruschyna geworden, was bis heute dann auch so geblieben ist.

Foto von Marta Lara (Fotografin)

Ich komme aus Polen, aber beim Pilzesammeln bin ich raus.

Ja, ich komme aus Polen, dem Land, in dem gefühlt jeder zweite Mensch ein Profi im Pilzesammeln ist. Doch es gibt auch mich, die tatsächlich davon keine Ahnung hat. Ich wäre also die Person, die definitiv (aber wirklich nur aus Versehen) die falschen Pilze einsammelt. Also wenn Du jemals vorhast, mit mir in den Wald zu gehen: Gerne für einen Spaziergang, aber bitte nicht, wenn Dein Leben von mir abhängt.

Was ich in meinem Leben allerdings wirklich schon gesammelt habe, sind Heidelbeeren. Als Teenager hatte mich meine Tante mal in den Schulferien gefragt, ob ich mit ihr und ihren Kindern zum Früchte sammeln mitkommen will. Klang erstmal harmlos, bis ich erfahren habe: Nicht nur einmalig als Tagesausflug, sondern eine ganze Woche lang und direkt ab 6 Uhr morgens. Wer mich kennt, weiß: Ich bin absolut kein früher Vogel, aber ich wollte gern Zeit mit allen verbringen, also habe ich dem Ganzen zugesagt.

Meine Eltern haben mich für verrückt erklärt, aber es hat überraschend viel Spaß gemacht. Vor allem, wenn der Eimer langsam voller und voller wurde (sofern mein kleiner Cousin nicht einen Teil schon aufgefuttert hatte). Das Beste daran: Wir haben die Heidelbeeren sogar verkauft und ich konnte mir von meinem ersten selbst verdienten Geld unter anderem eine Kassette von meiner polnischen Lieblingsband (die ich auch immer noch habe) und einen schönen Rock kaufen. Mein 1. Ferienjob hat sich also richtig gelohnt!

2 Sprachen kann jeder, 2 Sprachen in einem Satz kann ich.

Ich spreche deutsch, polnisch und streng genommen auch noch schlesisch. Schlesisch ist sogar meine erste Sprache, die zum einen ein Dialekt (klingt ein bisschen wie bayrisch) und zum anderen eine Mischung aus den Sprachen polnisch, deutsch und tschechisch ist.

Nach unserer Auswanderung nach Deutschland hat es sich allerdings dann schnell bei meinen Eltern und mir eingebürgert, alle Sprachen in einen Satz zu mixen. Somit fliegen polnische Substantive, deutsche Verben und schlesische Ausdrücke bis heute wild durcheinander. Es entsteht dann so ein Satz wie „Jo ida do sklepu und bringe chleb mit!“ Wer das versteht, ist eine/r von uns. Doch wenn jemand anderes zuhört: Ich glaube, die Person weiß nie, ob sie lachen oder weinen soll.

Das Beste daran? Es sorgt eigentlich immer für gute Laune. Somit habe ich gelernt, dass eine Sprache nicht nur Regeln haben muss, sondern auch jede Menge Spaß macht. Schließlich muss man nicht alles so ernst nehmen – eine Auswanderung ist schon schwer genug.

Wenn Redewendungen (m)ein Eigenleben bekommen.

Ein Talent für Sprichwörter? Das habe ich wohl eher nicht. Die Polnischen kann ich quasi gar nicht und die Deutschen verdrehe ich sehr, sehr gerne. Nein, nicht aus Absicht, tatsächlich meist aus Versehen. Statt „Hummeln im Hintern“ sagte ich mal: „Hast Du Hummeln auf dem Stuhl?“. Meine Freundin aus der Schule konnte sich kaum das Lachen verkneifen. Meiner Meinung klang es aber genauso logisch. Oder?

Das bleibt natürlich nicht das einzige Beispiel. Aus „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ wurde bei mir „wer zuerst kommt, malt zuerst“, und „aller guten Dinge sind drei“ kann ich mir eigentlich nie korrekt merken: Entweder wird daraus: „allen guten Dinge sind drei“ oder „alle guten Dinge sind drei“. Na ja, halten wir fest: Wer mit mir befreundet ist, hat ordentlich was zu lachen und bekanntlich ist ja lachen gesund.

Ich bin öfter umgezogen als andere ihre Möbel umstellen.

Ja, in meinem Leben bin ich ungelogen schon ca. 15 Mal umgezogen. Meine Eltern haben mir die Koffer quasi in die Wiege gelegt. Und als wäre das nicht genug, gab es sogar im Jahr 2016 die Situation, dass ich tatsächlich an 3 verschiedenen Orten gewohnt habe (immerhin alle in NRW). Während also andere noch überlegen, wie man am besten Kisten packt, habe ich das Ganze schon zur Routine gemacht.

Doch so stressig es manchmal war, jeder Umzug hatte auch etwas Gutes: Neue Orte, neue Menschen (oder Kaninchen) & neue Erfahrungen. Ok, ich brauchte vielleicht ein bisschen, um jeweils am neuen Ort anzukommen (wer jedoch nicht?), aber ich weiß definitiv, wie es geht. Also wenn Du umziehen solltest: Ich denke, ich bin mittlerweile Umzugsprofi und kann Dir einige Tipps geben, auch was den Wohnort betrifft.

Ich war genau eine Schwangerschaft lang in Berlin.

Nein, nicht wie Du denkst, aber ja, ich habe tatsächlich 2013 eine sehr symbolische Zeit in meinem Leben gehabt: Ich war genau 9 Monate in Berlin, also exakt so lange wie eine Schwangerschaft. Rückblickend fast schon ein bisschen passend, denn in dieser Zeit hat sich bei mir einiges getan, verändert und neu entwickelt. Fast so, als wäre ich danach eine neue Version von mir entstanden.

Es fiel mir zwar 2013 schwer nach Berlin zu ziehen (ich bin eigentlich nur wegen einer Arbeitsstelle dorthin gezogen), aber im Nachhinein war es definitiv eine Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich habe in dieser Zeit nicht nur viel erlebt, sondern bin auch persönlich gewachsen und verantwortungsbewusster geworden. Vielleicht war das ja meine ganz persönliche „Wiedergeburt“, nur eben ohne Krankenhaus und deutlich mehr Großstadttrubel.

Koriander und andere Wege, mich loszuwerden.

Es gibt heute viele Wege zu sagen, dass man kein Interesse hat. Die mittlerweile schlimmste und nicht ganz faire Methode ist meines Erachtens „ghosting“. Viel mutiger und konsequenter wäre in meinem Fall: Du bringst Koriander mit und lässt mich quasi parallel verhungern. Ich sage Dir: Du siehst mich in Deinem Leben garantiert nie wieder.

Denn wer mir mit Koriander eine Freude machen will, der spielt um sein Leben. Wer mir „Spülmittel“ zum Essen gibt, der hat ein Problem. Entweder ich flüchte oder ich bekomme derart schlechte Laune, dass Du mich nicht wieder erkennst. Ok, vielleicht nicht ganz so schlimm, aber ich würde es nicht riskieren. Willst Du mich lieber glücklich machen: Versuch es unter anderem mit Pierogi (polnische Teigtaschen) und ich bin der zufriedenste und liebste Mensch auf Erden.

Wer hinter diesem Blog steckt

Hi, ich bin Klaudia. In Polen geboren, in Deutschland aufgewachsen, bin ich weder die klassische Polin, noch zu 100% Deutsche, doch ich trage beide Kulturen in mir und das ist auch gut so. Mittlerweile betitel ich mich gerne mit dem Begriff „Deutschpolin“.

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